Hier werden einige Fragen beantwortet, die immer wieder auftauchen


Welche Varroakontrollmöglichkeiten gibt es?

Hier ist ein interessanter Link dazu von dem Neuseeländischen Landwirtschaftsministerium. Hier sind alle Möglichkeiten erläutert: www.biosecurity.govt.nz/files/pests/varroa/control-of-varroa-guide.pdf

Seit wann gibt es die Hyperthermie?

Die Wärmebehandlung wird schon seit über 30 Jahren gegen die Varroamilbe angewandt. Es ist lange bekannt, dass Bienen Temperaturen von 50 Grad über einen Zeitraum von ca. 30 Minuten bei einer Überlebensrate von 100 % aushalten, während die Varroamilbe ab Temperaturen von ca. 40 Grad abstirbt. Interessant ist hierzu der folgende Link der US National Library of Medicine:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2727992/figure/Fig1/

Teilweise sind die Behandlungsmethoden allerdings sehr "pragmatisch". In Russland z.B. wurden Behälter mit Warmluftzufuhr entwickelt, in denen die adulten Bienen eingefegt werden und dann bei Temperaturen von 48 Grad C über einen Zeitraum von 30 Minuten behandelt wurden. Der folgende Link zeigt die Vorgehensweise: www.youtube.com/watch?v=VsQ3-Uv15Y4 .

Interessanter, sehr einfach und bienenfreundlicher ist das Prinzip der "Heissen Platte" eines erfahren Imkers aus Düppenweiler. Hier wird einfach eine Heizplatte anstelle der Varroaschublade in die Beute eingeschoben und die Beute über einen Zeitraum von ca. 30 Minuten auf 42 Grad erhitzt: http://media.repro-mayr.de/83/629983.pdf.

Dieser Link enthält eine gute Sammung von Infos: http://www.diebiene.de/tops-und-flops-der-varroa-bekaempfung

Im Moment gibt es in Deutschland drei kommerziell erhältliche Heizungen auf dem Markt, die alle auf ihre Art gut funktionieren und helfen, die Varroamilbe chemiefrei zu bekämpfen. Die "Bienensauna" wird als Heizung unter die Beute geschoben. Der "Varroakontroller" ist im Prinzip wie ein Brutschrank aufgebaut. Hier werden nur die Bruträhmchen behandelt. Der "Varroa Kill 2" von Michael Broser ist bezüglich der Handhabung, Effektivität und Rentabilität meiner Meinung nach wesentlich praxisorientierter als die anderen beiden Lösungen.

Wann kann die Behandlung durchgeführt werden?

Die Behandlung kann grundsätzlich zu jeder Jahreszeit, außer in Zeiten der Wintertraube gemacht werden. Ich hatte bisher bei der Behandlung das Flugloch immer geschlossen gehalten. Mittlerweile habe ich Meldungen von "Mitstreitern" bekommen, die auch gute Erfahrungen mit verengtem Flugloch gemacht haben. Das werde ich jetzt im Frühjahr testen. Da keine Chemie zum Einsatz kommt, kann die Behandlung ansonsten auch kurz vor der Honigernte erfolgen. Bei Regen sollte auf die Behandlung verzichtet werden, da die Geräte nur die Schutzklasse IP40 erfüllen.

Wie lange dauert die Behandlung und welche Temperaturen werden erreicht?

Die Behandlungszeit richtet sich nach der vorhandenen Masse in der Beute, die erwärmt werden muß, sowie der Dichtigkeit der Beute. Die maximale Behandlungszeit beträgt 3 Stunden. Sobald eine Temperatur von 43 Grad erreicht wird, wird die Behandlungszeit auf 150 Minuten begrenzt, in der auch die Brut durchwärmt wird. Die maximale Temperatur in der Beute wird in dem Zeitraum bei ca. 43 Grad gehalten.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad der Behandlung?

Der Gesamtwirkungsgrad liegt wie auch bei den meisten chemischen Behandlungen bei unter 100 %. Bei einer gleichmäßigen Durchwärmung der Brut auf 43 Grad C über 2 Stunden liegt der Wirkunggrad in der Brut bei 80 % - 100 %. Die Herausforderung ist die gleichmäßige Erwärmung der Brut durch den Luftstrom. Bei den Milben auf den adulten Bienen liegt der Wirkungsgrad geringer. Hier kommt es wahrscheinlich auch auf die Luftstromverteilung der Warmluft innerhalb der Beute an. Wahrscheinlich überlebt ein Teil der Milben, da einige Bienen während der Behandlung die kältesten Stellen innerhalb der Beute aufsuchen werden und andere Bienen außerhalb des Hauptluftstromes ihre Körpertemperatur durch Fächeln und Verdunstung einigermaßen konstant halten können. Ein Tteil der Milben fällt zwar aufgrund der hohen Temperaturen, oder durch das Fächeln der Bienen ab und innerhalb von einigen Tage fallen dann noch Milben, bei denen die Eiweißstrukturen durch die Temperaturen geschädigt wurde. Es überlebt allerdings noch ein Teil der Milben. Daher sind verkaufsfördernden Angaben des Wirkungsgrades hier nicht angebracht, weil der Wirkungsgrad stark von den Verhältnissen innerhalb der Beute abhängt. Ich tendiere im Moment zu 2 - 3 Behandlungen pro Jahr, um auf der sicheren Seite zu sein.

Was sind die Vorteile einer thermischen Behandlung?

Bei der thermischen Behandlung werden keine Chemie und keine ätzenden Säuren genutzt. Der Honig, sowie das Wachs bleiben rückstandsfrei. Im Gegensatz zu einigen chemischen Behandlungen, die ihre Wirksamkeit verlieren, kann hier keine Resistenz der Milbe aufgebaut werden. Es müssen auch keine Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Säuren eingehalten werden. Die Behandlung kann ohne Druck unabhängig von der Honigerntezeit erfolgen, wenn gerade Zeit dafür da ist. Die Wärmeehandlung bedeutet weniger Stress für eine Biene, als eine Behandlung mit Säuren. Du würdest mit Sicherheit auch lieber für 2 Stunden schwitzen, als zu akzeptieren, dass jemand Säuren auf deinen durch Milben zerbissen Rücken kippt...




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So verrostet sieht ein verzinktes Gitter nach einer AS Behandlung mit Schwammtuch aus. Da bin ich wohl nicht pragmatisch genug, um das zu akzeptieren...
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