Varroagrill 2



Der Varroagrill 2 ist einfacher im Vergleich zum meinem ersten Versuch, den Varroagrill 1 aufgebaut. Hier greife ich die genial einfache Idee der "Heißen Platte" von Erich Haupenthal, einem erfahrenen Imker auf. Infos über seine Entwicklung findest Du unter http://media.repro-mayr.de/83/629983.pdf. Der Grill 2 wird anstelle der Varroaschublade unten in die Beute eingeschoben. Diese Methode erfordert die geringsten Eingriffe in die Beute und verursacht die wenigsten Störungen im Volk. Im Moment habe ich den Grill für meine Segeberger Beute konstruiert, aber es sollte kein Problem sein, die Aussenabmessungen für andere Beuten anzupassen.

Der Varroagrill 2 hat  eine regelbare 400 Watt Heizung und 2 Temperatursensoren integriert. Ein Temperatursensor ist auf dem Steuerboard integriert. Der zweite Sensor befindet sich im Rückstrom der Lüfter. Ein 4 Zeilen Display gibt Auskunft über den momentanen Zustand des Programmes, sowie der aktuellen Temperatur. 4 integrierte Lüfter sorgen für eine gleichmäßige Konvektionswärme in der Beute. Die erste Version mit der Strahlungswärme, sowie 4 Lüftern, die ihre Drehrichtung wechseln, hatte sich aufgrund der Bildung von Hotspots am unteren Teil der Rähmchen nicht bewährt.

Behandlung: Hier wird die Lufttemperatur in der Beute auf 43 Grad aufgeheizt. Die Temperatur wird dann für maximal 150 Minuten gehalten, um auch die Brut gut durchzuwärmen. Die ganze Behandlung dauert maximal 180 Minuten. Sobald die Behandlungstemperatur von 43 Grad erreicht ist, wird die Restbehandlungsdauer auf 150 Minuten begrenzt. Damit ist das Gerät auch für unterschiedlich starke Völker geeignet. Die Behandlung wird sinnvollerweise nach der Honigentnahme und vor der Winterfütterung, sowie im Frühjahr gemacht, wenn wenig Futter vorhanden ist. Dann wird die Behandlungstemperatur schnell erreicht, weil wenig Futtermasse und Brut mit aufgewärmt werden muß.

Honigmodus: In diesem Modus wird die Lufttemperatur am oberen Sensor für 16 Stunden bis auf auf 39 Grad erwärmt und gehalten. Damit kann kandierter Honig wieder verflüssigt werden. Stelle einfach den Eimer und 2 leere Zargen mit Deckel als Wärmedämmung auf den Boden mit dem Varroagrill 2 und starte das Honigprogramm. That´s it.

Kosten / Nutzen: Das Gerät ist einfacher als der Varroagrill 1aufgebaut. Die Programmierung  weicht etwas von dem ersten Gerät ab.Der Materialaufwand liegt bei ca. 120,-. Ich denke, dass dieses Gerät eher für einige Berufsimker interessant sein könnte, weil es einfacher zu handhaben im Vergleich zum Grill 1 ist. Wenn Du an einen Eigenbau interessiert bist, dann kannst Du auf der rechten Seite die vorläufigen Konstruktionsdaten runterladen. Da ich kein Stubenhocker bin und meine Webseite nicht dauernd auf dem neuesten Stand halte, sind die Konstruktionsdaten ggf. schon veraltet. Schicke mir eben eine Mail, wenn Du das Gerät nachbauen möchtest. Dann sende ich dir die aktuellen Pläne. Ich habe im Moment 3 Geräte für meine eigenen Völker gebaut. Falls Du eine Studienarbeit über das Thema machen möchtest, dann stelle ich Dir gerne ein kostenloses Gerät für den Zeitraum zur Verfügung.

Erfahrungen:

Die Aufwärmung auf die notwendige Behandlungstemperatur klappt deutlich besser und schneller, als beim ersten Gerät, was durch die öhere Heizleistung bedingt ist. Auch die Hotspots waren nicht mehr vorhanden. Der interne Sensor hängt jetzt unterhalb der Lüfter im Luftrücklauf und die Temperaturen stimmen bis auf ca. 1 Grad Differenz mit den externen Sensoren überein, die ich oben in die Beute eingeschoben hatte. Die Erwärmung der Rähmchen werde ich noch mit der Wärmebildkamera testen. Ein externer Sensor schein nicht erforderlich zu sein, was das Handling vereinfacht. Das ganze werde ich noch mit Holzbeuten testen. Die Handhabung ist durch den internen Sensort einfach geworden und es ist  kein Eingriff mehr in der Beute notwendig :-) Das Gerät ist jetzt auch durch die Aluminiumkonsruktion sehr leicht geworden, so dass mehrere Geräte bequem gestapelt und transportiert werden können.

Stand 3.2017: Zwei Völker hatten den Winter nicht überlebt. "Mein" Imkervater hatte mir im Herbst noch geraten, zusätzlich zur Wärmebehandlung noch eine OS Behandlung zu machen, die wir dann nach der Wärmebehandlung noch an einigen Völkern gemacht hatten. Da waren bei den Völkern mit 2 Bruträumen  noch ziemlich viel Milben gefallen. Die Wärmebehandlung war da also nicht erfolgreich. Die Herausforderung ist es, die warme Luft durch die komplette Beute zu bekommen. Leider nimmt die Luft zwischen Luftaustritt und Ansaugöffnungen den Weg des geringsten Widerstandes und erwärmt daher nur den unteren Teil der Beute. Daher habe ich das ganze nochmal so konstruiert, dass die Wärme unten in die Beute reingeblasen wird, oben im Deckel dirch ein 50er Loch wieder abgesogen wird und dann vorne wieder in den Varroagrill reingeführt wird. Als Verbindung habe ich 50er Rohr genommen, was im Baumarkt günstig verfügbar ist. Dadurch ist die Wärmeverteilung in einer leeren 2 zargigen Beute viel besser geworden. Ich werde das in der nächsten Zeit mal am Volk testen. Leider ist das ganze jetzt schon wieder so aufwendig geworden, dass viele Imker da wahrscheinlich keine Lust haben, das anzuwenden.

Stand 4.2017: Ich hatte im Internet über den Varroa Killer Sound gelesen und hatte mir so ein Gerät mal ausgeliehen und die technischen Daten ermittelt. Allerdings ist mir das ganze Ding wieder zu teuer und zu groß. Daher habe ich es mal nachgebaut. Hier findest Du weitere Infos.




 Hier ist einer der Prototypen
Varroagrill

...und hier ist er in den Beutenboden eingeschoben:
Varroagrill

...und so sieht das ganze mit kompletter Beute aus:
Varroagrill
Schaltplan Hauptboard
Schaltplan Displayboard
Layout Hauptboard
Layout LCD Board
Konstruktionszeichnung
Software