Varroa Noise


Nachdem ich den Varroa Sound im Internet gefunden hatte und mir das Teil von einem Imker mal ausgeliehen hatte, beschloss ich, das ganze mal nachzubauen, weil ich 86,- für einen Tongenerator etwas zu teuer finde und weil mir das Gerät etwas zu unhandlich ist. Folgende Messdaten hatte ich bei dem Gerät ermittelt:

Versorgungsspannung 12 Volt,

Stromaufnahme: 3 mA

Frequenz: 15 kHz mit 90 dB bei 10 cm Abstand gemessen

Da mir das Original - Gerät etwas zu groß ist, hatte ich mal einige Datenblätter von Piezogebern gewälzt. Leider haben die kleinen Teile alle einen relativ niedrigen Schalldruck, der irgendwo bei 80 dB bei 3Volt P/P liegt und der frequenzabhängig ist. Zum Glück haben diese Dinger auch ungewollte Resonzen bei höheren Frequenzen. Ich hatte dann einen Geber gefunden, der bei 16,5 kHz über 90 dB bei 3 Volt P/P und 10 cm Abstand macht. Also habe ich einen Mikrokontroller genommen und 2 Ausgänge als "Mini Gegentakt Endstufe" auf 16,5 kHz Rechtecksignal programmiert . Der Mikrokontroller wird direkt aus einem 18650er Lithiumakku gespeist. Damit der Mikrokontroller mit den kapazitiven Belastungen klar kommt und die Stromaufnahme nicht zu hoch ist, habe ich dem Geber noch einen Vorwiderstand spendiert. Folgende Messdaten hat mein Gerät:

Versorgungsspannung 3,7 Volt

Stromaufnahme: 2,2 mA

Frequenz: 16,5 kHz mit 93 dB bei 10 cm Abstand gemessen.

Na bitte, geht doch :-) Wenn ich einen 2,4 Ah Akku nutze, dann ist die Nutzungsdauer bei ca. 1000 Stunden, was ca. 40 Tage Dauerbetrieb entspricht. Der reine Materialpreis ohne Akku liegt irgendwo bei 8,- Euro. Die Akkus gibt es bei Ebay für ca. 5,-. Also schnell eine Leiterplatte layoutet und 24 Boards zum testen bestellt.

Erste Ergebnisse:

Nachdem ich mal bei einem Volk die Milben nach 24 Stunden ermittelt hatte, habe ich eine Schublade präpariert und eingeschoben. Folgende erste Ergebnisse hatte ich:

Vor der Messung fand ich 3 Milben in 24 Stunden

In den ersten 5 Tagen der Messung lagen zwischen 2 und 5 Milben / Tag auf der Schublade

Nach 5 Tagen hatte ich 24 Milben auf der Schublade

In den nächsten 2 Wochen lagen zwischen 11 und 15 Milben am Tag auf der Schublade

Danach ging die Milbenzahl auf über 20 pro Tag rauf. Im Moment bin ich beim Tag 22. Die Messung läuft also noch.

Zusammenfassung am 31.5.: Es hatte sich bei 4 Völkern die Milbenanzahl nach ein paar Tagen erhöht. Bei meinen anderen 7 Völkern lag die Milbenzahl konstant zwischen 0 und 2. Bei diesen Völkern hatte ich nach 2 Wochen abgebrochen. Entweder haben diese Völker kaum Milbenbefall, oder die Beschallung hatte nichts gebracht.Es könnte auch eine ungleichmäßige Schallverteilung in der Beute nur mit einem Geber dafür verantwortlich sein. In der Zwischenzeit hatte ich mal ein Polardiagramm der Geber im eingebauten Zustand erstellt. Dabei hatte ich festgestellt, dass durch Beugung an den Rändern starke Schalldruckunterschiede zu den Seiten entstehen. Ein weiterer Nachteil sind bei meinem Boards im Schieber die Herausforderungen mit Gemull von oben.  Daher werde ich das ganze nochmal mit einem Array aus 3 Boards mit 6 Gebern testen, die dann oberhalb der Rähmchen positioniert werden. Ich habe mich für 3 getrennte Boards mit jeweils 2 Gebern entschieden, um eine dauerhafte wandernde Phasenverschiebung zwischen den 6 Gebern zu erreichen. Die 3 Mikrokontroller sind ja nie 100 % identisch und haben leichte Frequenzunterschiede. Daddurch entstehen wandernde Kammfiltereffekte durch Additionen der 6 Schallwellen und daduch eine bessere Schallverteilung in die verschiedenen Bereche der Beute, allerdings mit dauerhaft wechsenden Pegeln und Mischfrequenzen.

Zusammenfassung am 28.8.: Ich habe jetzt seit 6 Tagen in 4 2-zargige Beuten meine kleinen Krachmacher drin. Auf der rechten Seite siehst Du zwei Fotos, so wie das aussieht. Gemessen hatte ich mit meinem ATB Analyzer einen Schalldruck von 72 dB bei 16,5 kHz. in Höhe der Schublade. Leider habe ich bisher keine Erhöhung des Milbenfalls festgestellt. Ich werde das ganze jetzt noch ein paar Tage beobachten und dann muß ich sehen, dass ich meine Völker mit Wärme bearbeite, weil mittlerweile der tägliche Milbenfall bei einigen Völkern so hoch ist, dass es höchste Zeit wird, zu handeln.

Im Moment würde ich sagen, dass man die Finger von akustischen Geräten zur Varroabekämfung lassen sollte, aber ich werde die Geräte noch für ein paar Tage testen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt ;-)


Da war der erste hingebastelte Prototyp:

Varroa Nois



Das waren die nächsten Teile:

Varroa Noise

Danach kam ein kleines "Line Array" dran:

Noise


Noise